Entstehung des Jugendclub 70 Verlar e.V.

Beitrag des Ehrenvorsitzenden Josef Schmidt anlässlich der 40 Jahr Feier am 10. Juli 2010

Wir schreiben das Jahr 1970. Die "wilden 68iger" sind vorbei, hier im Ort haben die zahlreichen Jugendlichen das Bedürfnis mehr Aktivitäten in ihrer Freizeit durchzuführen, doch das Angebot hierzu tendiert gleich Null. Man trifft sich gelegentlich auf öffentlichen Tanzabenden, die aufkommenden Discos sind teuer und man ist längst nicht so mobil wie heute. Es herrscht eine Aufbruchstimmung zu Veränderungen, zu Neuem, wie es immer schon das Recht der Jugendlcihen war, bisherige Standards in Frage zu stellen.

So haben einige junge Erwachsene die Idee, in Verlar eine Jugendgruppe zu gründen. Versuche zu einer kirchlichen Trägerschaft wie Landjugend, Kolping oder Kath. Junged Gemeinde hatten stattgefunden, allerdings auf Grund zu hoher Regelements die Erkenntnis gebracht, das man dies so nicht wollte. Es wurde am 21.11.1970 zu einem Tanzabend geladen, mit dem Ziel einen freien Verein ins Leben zu rufen. Ca. 50 Jugendliche kamen diesem Tag im Saal des Heidekrug zusammen und gründeten den Jugendclub 70 Verlar, später in einen e.V. verändert.

Der Gründungsvorstand setze sich aus Helmut Fischer als Vorsitzenden, Christa Dirksmeier(Zeng) als Schriftführerin, Josef Schmidt als Kassierer, sowie den Programmgestalern Günter Hesse und Maria Hesse(Dr. Jäger) zusammen. Satzungsmäßiger Zweck des Vereins war damals wie heute, die Jugend durch Diskussionen, Film- und Gemeinschaftsabende, ferner durch Vorträge und Reisen, in der Bildung und Verantwortlichkeit zu fördern. Ergänzend wurde später die Schaffung und Unterhaltung eines Jugendheimes hinzugefügt.

Die Gründerjahre waren nicht einfach. Der junge, unbekannte Verein wurde von allen Seiten misstrauisch betrachtet. Freie Jugendgruppe - ein Club! Keine übergeordnete Aufsicht - was sollte das wohl sein? Der Herausgeber der Geseker Zeitung meinte: "Diese neumodernen Clübkes - die sind alle nicht von langer Dauer!" Doch er irrte sich wie wir heute sehen. Der Vorstand des Jugendclub 70 aber lies sich nicht beirren und leistete erfolgreich gute Jugendarbeit. Und man schaffte bereits nach zwei Jahren die Anerkennung durch den Jugend- und Wohlfahrtsausschuß des damaligen Kreises Büren als jugendpflegerisch tätoge Organisatioin. Jetzt konnten öffentliche Gelder -sprich Zuschüsse - beantragt werden.

Jugendarbeit: Ich darf hierzu aus Wikipedia, der freien Enzyklpädie zittieren: Ziel der Kinder- und Jugendarbeit ist, zur Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen anknüpfen und von ihnen mitbestimmt und mitgestaltet werden. Junge Menschen sollen zur Selbstbestimmung befähigt und zu gesellschaftlicher Mitverantwortung und sozialenm Engagement angeregt und hingefügt werden."

Die folgend genannten aktivitäten des Jugendclub 70 Verlar aus der nachfolgenden, bestimmt nicht vollständigen Aufzählung werden diesem Anspruch gerecht, ein "Sprühen von Ideen", wie es der Zeitungsartkiel aus dem 80er Jahren formulierte!

Jugendfahrten und interationale Begegnungen in Spanien(San Sebastian + Pamplona mit San Fermin) mit Pater Alfonso, Madelieu la Napoule an der Cote d'Azur, Kitzbühel in Österreich, Balderschwand/Allgäu, Nr. Voruper/Dänemark. Politische Bildungsfahrten nach Berlin und Bonn. Viele Wochenendfahrten wie Brüssel, Antwerpen, Lusemburg, Heidelberg oder Aachen.

Das Verlarer Dorfleben wurde bereichert durch die Ausrichtung von Seniorennachmittagen, Wir warten aufs Christkind, Spiel- und Bastelnachmittage, zelten, Schlittschuhfahren und Ausflüge für Kinder, unvergessen die Sommer- und die wieder ins Leben gerufenen Kinderschützenfeste, soziale Aktivitäten zu Gunsten der Kinderhilfsorganisation UNICEF, die Zusammenarbeit mit den Westfälischen Kliniken in Eickelborn durch Päckchenaktionen zu Weihnachten und Mithilfe bei Patientenfesten, politische Diskussions- und Bildungsabende, wer erinnert sich noch an "Blinklicht, die zeitung des JC70, Altkleidersammlung und Sportturniere werden veranstaltet, jahrelang hat man den Ort Verlar duch den Bau eines Gösselkirmesfestwagens beim dortigen Kinderfestzug vertreten, aber auch der gesellige Teil mit gut besuchten Tanz- und Karnevalsveranstaltungen, die Älteren von uns haben sie Discoabende mit DJ "Felix" genossen, kam nicht zu kurz. Günter Hesse war es übrigens auch, der das Logo des Clubs geschaffen hat.

Ein westenliches Ziel der jeweiligen Vorstände war die Schaffung eigener Jugendräume hier im Ort. Die ersten Jahre war man auf Gaststätten und die gelegentliche Duldung in öffentlichen Räumen angewiesen. Doch der Wunsch wurde 1976 erhört. Ortsvorsteher Stefan Hesse, der immer ein offenes Ohr für die Jugendlichen hatte und auch ein Förderer des Clubs war, stellte drei Räume seines ehemaligen Fachwerk-Wohnhauses an der Lippstädter Straße zur Verfügung. In vollständiger Eigenleistung wurden die zuletzt als Lagerräume genutzten Zimmer in ein gemütliches, kleines Jugendheim umgewandelt, für das die Stadt Salzkotten dann die Miete übernahm. 1992 bezog man dann hier im damals neuen Bürgerhaus einen Raum, der bis heute als Treff der jugen Leute gilt.

Ich habe am Anfang meiner ausführung den Gründungsvorstand namentlich genannt. In den vergangenen 40 Jahre haben viele junge Menschen in diesem Verein als Vorstandsmitglied dazu beigetragen, damit das Genannte erreicht wurde. Es befindet sich eine Auflistung der ehemaligen Vorstände auf dieser Homepage. Für die Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen, darf ich an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön aussprechen. Nur durch Euch hat der Jugendclub 70 immer Bestand gehabt und auch einige wenige Krisensituationen überstanden. Der Vorstand im Jubiläumsjahr besteht aus dem Vorsitzenden Stefan Auge, Kassenwart Pascal Rams, Schriftführer Max Heuer und den Programmgestaltern Kevin Brandt, Nicolas Fischer, Timo Schmidt und Dennis Kukuk.